OpenRestaurant
Stell dir ein ‘offenes’ Restaurant vor in dem du jederzeit kostenlos ein Sterne-Essen bekommst. Klingt verlockend, oder? So verlockend das jeden Tag mehr Menschen in den Genuss kommen möchten. Nach einiger Zeit jedoch beschweren sich die Gäste das Sie sehr lange auf ihr Essen warten müssen und es schon fast kalt ist wenn sie es dann kriegen.
Schnell kommst du auf die Idee, das die wenigen Köche die das Projekt ins Leben gerufen haben evtl. Unterstützung brauchen könnten. Da du selbst Hobby Koch bist, denkst du dir das du doch auch deinen Teil zu diesem tollen Projekt beitragen könntest und damit die hart arbeitenden Köche entlastest. Ausserdem kennst du dich besonders gut mit Nachspeisen aus (die es bisher in dem Restaurant nicht gibt) und die bei den Gästen bestimmt gut ankommen würden.
Gesagt getan. Du fragst einen der aktiven Köche ob du mitmachen kannst und wirst zunächst auf die Spüle verwiesen. Jeder ‘Neue’ müsse sich erst einmal beweisen. Dabei scheint es egal das du schon lange Zeit aktiv kochst und sogar schon mehrere Essen für grössere Anlässe wie Hochzeiten oder Geburtstage zubereitet hast.
Da du denkst das es sich um ein gutes Projekt handelt, machst du dennoch mit. Im ersten halben Jahr versuchst du mehr über den Aufbau der Küche und die Verantwortlichkeiten der jeweiligen Köche herauszubekommen (was sich schon als recht schwierig erweist). Nach einem Jahr an der Spüle kommst du noch mal auf die Idee nachzufragen ob du wenigstens schon mal Gemüse schnibbeln darfst. Auch das wird dir nicht gestattet. Die kurze Antwort lautet: Wir sagen dir schon wenn du mitmachen darfst.
Ein weiteres halbes Jahr später ist immer noch nichts geschehen. Zwischendurch durftest du mal den Müll rausbringen. Deine Rezeptvorschläge wurden ignoriert. Im Restaurant hingegen geht es immer noch genauso zu wie bisher. Das Essen kommt zu spät oder ist schon kalt wenn es ankommt.
Nach einiger Zeit kommst du dann auf die Idee deinen Kollegen an der Spüle zu fragen was er davon hält. Er antwortet dir das er nun schon 3 Jahre an der Spüle arbeitet ohne je weiter gekommen zu sein. Das gibt dir zu denken und du gehst eines morgens ins Restaurant und sprichst die Missstände bei den Gästen an. In diesem Moment beteiligen sich die Köche an der Diskussion und versuchen Ihre Position zu erklären. Das ‘Lager’ der Gäste spaltet sich in mehrere Seiten. Der erste sagt: “Ruhe bitte, ich möchte beim Essen nicht gestört werden”. Andere schliessen sich dir an und fordern mehr Gleichberechtigung sowie den einfacheren Zugang zur Küche für neue Köche. Davon würde ja das gesamte Restaurant provitieren. Es gibt Gäste die einfach nur die kostenlose Leistung in Anspruch nehmen, selbst aber nichts zum Erhalt und dem Wachstum des Restaurants beitragen (die sich aber bei einer Schliessung des Restaurants am lautstärksten beschweren würden) und andere die sich gerne beteiligen, sich aber durch die elitären Machtstrukturen in der Küche abgeschreckt fühlen.
Der Tenor der ‘alteingesessenen Köche’ ist das nur sie in der Lage seien die Sterne-Qualität des Essens zu gewährleisten und sich bisher kaum einer als würdig erwiesen habe. Ausserdem würden Neuerungen wie ‘Nachspeisen’ nicht gut ankommen. Einer der Köche beschimpft dich sogar als Schwätzer, der nichts leistet. Das ärgert dich aufgrund der Zeit und Energie die du bereits in das Projekt gesteckt hast umso mehr.
In der Vergangenheit haben sich allerdings auch andere Projekte mit ähnlichen Zielen entwickelt, die eine viel klarere Organisationsstruktur haben. In einem werden z.B. die besten Köche von allen gewählt und Neueinsteiger bekommen einen alteingesessenen ‘Kochpaten’ zur Hand der sie in die Strukturen einführt und Tips gibt. Auch hier muss erst gespült werden, aber schon nach 3 Monaten ist das erste Gericht zubereitet. Ein Großteil der Köche ist hilfsbereit und dein Spezialgebiet ‘Nachspeisen’ würde hier sicher Anklang finden.
Ein anders Restaurantprojekt hat sich auf die Zubereitung von Sushi spezialisiert. In letzter Zeit bist du immer mehr auf den Geschmack gekommen und kannst schon recht gut mit Stäbchen umgehen. Ein ‘alteingesessener Sushi-Roller’ hat dir zugesagt dir die Zubereitung zu erklären.
Wurden die Köche in dem Restaurant in dem du bisher freiwillig gearbeitet hast durch deinen ‘Aufschrei’ wachgerüttelt? Oder möchtest du in Zukunft lieber Sushi zubereiten?
Wie es weiter geht erfährst du in der nächsten Folge….
Die englischsprachig Version findest du hier:
http://lists.centos.org/pipermail/centos/2009-August/080227.html
Herzlich willkommen auf meiner persönlichen Seite im www. Hier findest Du neben Informationen über mich und meine Sichtweise auch eine Vielzahl an Artikeln und Tutorials zu Freier Software.
1 Kommentar
Das habe ich schon mehr mals gehoert und ich wasche ja auch immernoch ab. Aber sushi ist auch lecker